Am 01. April 2025 fand die Online-Schulung "Aufenthaltsqualität im Baudenkmal" statt, die sich mit der Frage beschäftigte, wie historische Bauten nicht nur erhalten, sondern auch in eine nachhaltige Nutzung gebracht werden können. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus und dem Fraunhofer IBP in Kooperation mit dem Denkmalnetz Sachsen, dem Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) sowie dem Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK).

Herausforderungen und innovative Lösungsansätze

Ein zentrales Thema für eine nachhaltige und wirtschaftsfähige Nutzung war die Raumakustik. Im ersten Votrag wurde aufgezeigt, dass unterschiedliche Nutzungen – von Musikveranstaltungen über inklusive Lehrveranstaltungen bis hin zu Vorträgen – jeweils spezifische akustische Anforderungen mit sich bringen. Um diesen gerecht zu werden, wurden unterschiedliche Materialien zur Verkleidung von Wänden, Säulen oder Decken vorgestellt: darunter Mikroperforationsplatten und weitere Resonanzabsorber.

Auch die thermische Behaglichkeit wurde ausführlich besprochen: dazu nötig sind eine Frischluftzufuhr, eine regulierte Feuchtigkeit und Temperaturen von 20 Grad +. Diese Faktoren tragen nicht nur dazu bei, dass sich Menschen in einem Gebäude wohlfühlen, sondern auch zum Erhalt der Bausubstanz. Unkontrollierte Luftströme und eine erhöhte Feuchtigkeit schädigen die Bausubstanz. Darüber hinaus begünstigen sie Schimmelbildung und sind ein Gesundheitsrisiko.

Ein weiteres Thema der Schulung war die energetische Sanierung unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Anforderungen. Nachhaltigkeit im Bauen, und dazu den bestehenden Bestand zu nutzen, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Doch insbesondere ältere Bestandsbauten können Eigentümer:innen vor Herausforderungen stellen: wie die eines hohen Energieverbrauches. Gerade bei denkmalgeschützten Gebäuden gilt es, die energetische Bilanz zu verbessern, ohne den Denkmalschutz zu vernachlässigen. Hierfür wurde u. a. Aerogel-Wärmedämmputz vorgstellt, als eine vielversprechende, wenn auch derzeit noch kostspielige Lösung zur Verbesserung der Energieeffizienz, ohne große optische Eingriffe in die Gebäudestruktur.

Als aktuelle Herausforderungen für eine nachhaltige Bestandsnutzung führte die Schulung klimatische Veränderungen auf. Der Städtebau spielt in diesem Kontext eine immer größere Rolle: Temperaturveränderungen in urbanen Räumen wirken sich zunehmend auf das Bauen aus und stellen historische Bauten vor neue Herausforderungen. Innovative Sanierungslösungen sind hier essenziell.

Fazit und Ausblick

Die Veranstaltung betrachtete umfassend den Bereich der Akkustik und Thermik für eine nachhaltige Nutzung von Baudenkmalen. Dem werden wir weiter nachgehen und uns auch weiter mit Expert:innen austauschen, denn eines ist klar: Nur durch Forschung an innovativen Lösungen und durch die Entwicklung von nachhaltigen Nutzungskonzepten können unsere Denkmale langfristig erhalten und zukunftsfähig gemacht werden.

Wir freuen uns auf kommende Veranstaltungen und darauf, für Sie mit weiteren Expert:innen ins Gespräch zu treten.


Weiterführende Veranstaltung: Energetische Sanierung am Baudenkmal

Die energetische Sanierung von Baudenkmalen ist ein drängendes Thema, das viele Denkmaleigentümer:innen und Interessierte bewegt. Sie möchten mehr zu diesem Thema erfahren und sich mit anderen Eigentümer:innen sowie Expert:innen austauschen? Dann melden Sie sich an zu unserer digitalen Diskussionsrunde Energetische Sanierung am (Bau)Denkmal.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Sächsischen Energietage statt und ist für Sie kostenlos.

Jetzt kostenlos anmelden: https://netzwerk.denkmalnetzsachsen.de/civicrm/event/info?reset=1&id=37


Grafik: Frauenhofer IBP, Marcus Hermes
Foto: Mario La Pergola auf Unsplash, DNS, Lena Lemke